ISO - International Standardisation Organisation

ISO - International Standardisation Organisation

ISO-Empfindlichkeit für Digitalkameras 

Sicher ist vielen von euch noch die Filmempfindlichkeit, angegeben in ASA oder DIN, bekannt. Der Wert steht z.B. auf den Rollen für Kleinbildfilme. Dieser Wert nennt die Lichtempfindlichkeit eines Films oder auch einer Filmplatte für analoge Kameras.  Heute heißt die Bezeichnung ISO (ISO = International Standardisation Organisation). Für die Bezeichnung in ISO, ASA und DIN gilt: Je höher der Wert ist, desto höher ist die Lichtempfindlichkeit eines Films oder einer Filmpatte.

Bei der ISO-Empfindlichkeit für Digitalkameras ist das genauso. Dieser ISO-Wert kann dort per Anwahl am Gerät als ISO-Wert eingestellt werden. Die Einstellung ist üblich, aber nicht bei allen Digitalkameras vorhanden.

Beispiel: SONY alpha 77

ISO Bedienknopf Beispiel Sony alpha 77

               Iso Einstellung Kameramenü Beispiel Sony alpha77

 

Mit der Einstellung des ISO-Wertes an deiner Digitalkamera beeinflusst du die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors und die Verschlusszeit. Weitere Einstellmöglichkeiten für ein passend belichtetes Bild sind der Blendenwert und die Belichtungszeit. Darüber berichten wir an anderer Stelle in unserem Lexikon.

Lichtempfindlichkeit des Bildsensors 

Wie bei der Filmempfindlichkeit gilt auch hier: Je höher der, an der Kamera eingestellte ISO-Wert ist, desto lichtempfindlicher nimmt deine Kamera auf. Die Digitalkamera ist dann auf eine höhere (Grund-)Lichtempfindlichkeit eingestellt. Dadurch ist es dann möglich auch bei weniger Umgebungshelligkeit gute Aufnahmen zu machen. Du brauchst dann weniger Licht, -Umgebungslicht oder Ausleuchtung-, für eine gelungene Aufnahme.

Verschlusszeit (Zeit während der der Verschluss geöffnet ist)

Die Verschlusszeit und die Blende betreffen beide dasselbe Objekt, nämlich die Abdeckung des Bildsensors, sind aber etwas Verschiedenes. Informationen dazu in unserem Kameralexikon. Wir beschäftigen uns hier nur mit der Verschlusszeit.

Da die Einstellung der ISO-Empfindlichkeit neben der (Grund-) Lichtempfindlichkeit auch die Verschlusszeit der Digitalkamera beeinflusst, ergibt sich hierdurch für die meisten Anwender ein günstiger Nebeneffekt. So wird die Gefahr einer „Verwackelung“ der Aufnahmen bei höher eingestellten ISO-Werten verringert. Der Verschluss ist dann eine kürzere Zeit geöffnet, die Dauer der Belichtung ist geringer. Hinweis: Das ist möglich, da der Bildsensor empfindlicher auf Licht reagiert.

Bei geringen ISO-Werten, längeren Öffnungszeiten des Verschlusses, ist es deshalb vorteilhaft ein Stativ zu verwenden oder einen festen Untergrund für die Kamera zu finden.

Die Erhöhung eines eingestellten ISO-Wertes von 200 auf 400 verkürzt die Verschlusszeit um 50%, also um die Hälfte, ohne dabei die Blendeneinstellung zu ändern. Die Beschreibung zur Funktion der Blende kannst du unter dem entsprechenden Punkt in unserem Kameralexikon finden.

Der ISO - Wert - kein Licht ohne Schatten

Da es aber bekanntlich kein Licht ohne Schatten gibt, hat ein höher eingestellter ISO-Wert auch seine Schattenseite. Dazu ein bisschen Technik: Jede Digitalkamera verfügt über einen Bildsensor (CCD-Element). Diesen Bildsensor gibt es in verschiedenen Flächengrössen, Vollformat 36x24 mm, APS-C 23x15mm, Four Thirds 4/3 17,3x13mm.  Auf diesem Bildsensor sind eine grosse Anzahl von Bildpunkten (Pixel), üblich von 4 bis 20 MBit. Jede digitale Aufnahme setzt sich aus vielen Pixeln  zusammen, die meist vom Auge nicht gesehen werden können. Diese Pixel bestimmen die grobe oder feine Rasterung einer Aufnahme. Je mehr Pixel sich auf dem Bildsensor befinden, desto feiner gerastert ist die Aufnahme. Die Anzahl der Pixel wird von Bedeutung bei einer starken Vergrösserung der Aufnahme, weil eine erhebliche Vergrösserung, z.B. bei 9x9cm auf DIN A3,  die Pixel als kleine, farbige Punkte sichtbar macht. Man spricht dann von einem groben Raster. Nun könnte man meinen, dass dann ja viele Pixel die Lösung darstellen würden. Dem ist leider nicht so und jetzt kommen wir wieder zum ISO-Wert. Je mehr Pixel  je Quadratmillimeter oder Inch auf dem Bildsensor sind, umso kleiner sind diese Pixel und umso geringer ist der Abstand zwischen den Pixeln. Das bedeutet, dass die Signale auf den einzelnen Pixeln sich mit Signalen der umliegenden Pixel mischen können.

Wenn nun der eingestellte ISO-Wert erhöht wird, dann wird die (Grund)Lichtempfindlichkeit erhöht, dann entsteht auch zunehmend ein sogenanntes Bildrauschen, das als willkürlich verstreute Farbpunkte (Pixel)  auf der Aufnahme zu erkennen ist. Diese Punkte erkennt man im Besonderen auf dunklen Bildteilen. Allgemein gilt: Je höher der eingestellter ISO-Wert, desto höher das Bildrauschen.

Fazit:

Um eine bestmögliche Aufnahme zu machen, muss der passende ISO-Wert auf deiner Digitalkamera eingestellt werden. Dabei gilt: Je geringer die Umgebungshelligkeit ist, desto höher muss der eingestellte ISO-Wert sein. Der ISO-Wert sollte aber nicht willkürlich hoch gestellt werden, sondern so gering wie möglich sein, um das Bildrauschen klein zu halten.

Folgende Werte haben sich aus der Praxis als Richtwerte ergeben:

ISO 100-200               Aufnahme bei Sonne

ISO 400-800               bedeckter Himmel,  Abend

ab ISO 800                 in dunkleren Innenräumen, Nacht

 

 

→ Gesamtübersicht Kameralexikon

Letzte Änderung am Dienstag, 09 Juni 2015 14:37

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